SAP BTP Security richtig umsetzen

Grundlagen, Architektur und moderne Best Practices für eine sichere Cloud-Landschaft

SAP BTP Security gewinnt zunehmend an Bedeutung, weil die Verlagerung geschäftskritischer Prozesse auf die SAP Business Technology Platform neue Angriffsflächen schafft. Klassische On-Premise-Konzepte reichen hier nicht aus.

Unter SAP BTP Security verstehen wir alle Maßnahmen, die den sicheren Betrieb, die geschützte Entwicklung und den kontrollierten Zugriff in Cloud-basierten SAP-Landschaften gewährleisten.

Dieser Artikel zeigt, wie Sie die Plattform richtig absichern, welche Rollen und Verantwortlichkeiten im Cloud-Modell gelten und welche Architekturprinzipien Sie für stabile und skalierbare SAP-Umgebungen benötigen.

SAP BTP Security: Das Wichtigste in Kürze

  • Die SAP BTP erweitert klassische SAP-Landschaften um Cloud- und
    Hybrid-Szenarien – das schafft auch neue Angriffsflächen.
  • Sicherheit auf der BTP folgt dem Shared-Responsibility-Modell: SAP sichert die Plattform, Kunden verantworten Konfiguration, Identitäten, Berechtigungen und Custom Code.
  • Ein konsistentes Architektur- und IAM-Design ist entscheidend für ein belastbares Sicherheitsniveau.
  • Die größten Risiken entstehen in der Praxis durch Fehlkonfigurationen und fehlende Governance – nicht durch Schwächen der Plattform selbst.
  • Klare Best Practices für Identitäten, Entwicklung, Monitoring und Updates helfen, die BTP langfristig sicher zu betreiben.

Was ist SAP BTP Security?

SAP BTP Security beschreibt alle technischen und organisatorischen Maßnahmen, die den sicheren Betrieb, die sichere Entwicklung und die kontrollierte Nutzung der SAP Business Technology Platform gewährleisten.

Die SAP BTP wird häufig als Platform-as-a-Service genutzt, umfasst aber darüber hinaus auch Software-as-a-Service-Komponenten, etwa SAP Build Work Zone oder die SAP Integration Suite als Managed Service.

Im Kern lässt sich SAP BTP Security in 3 Bereiche gliedern:

1

Platform Security

Platform Security liegt in der Verantwortung von SAP und umfasst Infrastruktur, Netzwerk, Mandantenisolation und grundlegende Sicherheitsmechanismen.

2

Customer Security

Customer Security beschreibt alle Aufgaben, die Kunden selbst übernehmen – etwa die Konfiguration von Identity Services, das Berechtigungsdesign oder das Monitoring.

3

Application Security

Application Security betrifft insbesondere kundeneigene Erweiterungen und Side-by-Side-Applikationen und ist bei Custom Development eine geteilte Verantwortung zwischen SAP und Kunde.

Ein dediziertes Sicherheitskonzept für die SAP BTP ist notwendig, weil sich Cloud-Sicherheit grundlegend von klassischer SAP-On Premise-Security unterscheidet.

Sicherheitsgrenzen verlaufen nicht mehr entlang einzelner Systeme, sondern entlang von Identitäten, Rollen, Vertrauensbeziehungen und Architekturentscheidungen. Gerade in hybriden Landschaften entsteht Sicherheit
nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch ein konsistentes, plattformübergreifendes Design.

Das Shared-Responsibility-Modell: Wer ist wofür zuständig?

Die SAP Business Technology Platform folgt einem klar definierten Shared-Responsibility-Modell.

Es beschreibt die Aufteilung der Sicherheitsverantwortung zwischen SAP als Plattformanbieter und dem Kunden als Betreiber der jeweiligen BTP-Landschaft. Dieses Modell ist die Grundlage jeder sicheren Cloud-Architektur – wird in der Praxis jedoch häufig unterschätzt.

SAPs Verantwortung (Plattformebene)

SAP verantwortet den sicheren Betrieb der Infrastruktur und der Rechenzentren inklusive relevanter Zertifizierungen.

Dazu gehören Netzwerksicherheit, Mandantenisolation sowie die Verschlüsselung von Daten im Ruhezustand und während der Übertragung. Zusätzlich stellt SAP zentrale Security Services bereit, die als Basis für den sicheren Plattformbetrieb dienen.

Kundenverantwortung (Nutzungsebene)

Unternehmen steuern Identitäten, Rollen und Berechtigungen, konfigurieren die Security-Services und setzen das Least-Privilege-Prinzip um. Auch die Absicherung von Custom Code, Monitoring, Incident Response und Compliance-Anforderungen liegt in der Verantwortung der Kunden.

Shared Responsibility auf einen Blick

Sicherheitsbereich SAP verantwortet Kunde verantwortet
Infrastruktur & Netzwerk Bereitstellung Konfiguration, VPN, Cloud Connector
Identity & Access Bereitstellung der Services MFA, Least Privilege
Application & Data Verschlüsselung, Plattform-Tools Custom Code, Datenschutz
Monitoring & Response Audit Logs SIEM, Incident Response
Compliance & Audit Zertifizierungen DSGVO, NIS-2

Sicherheitsarchitektur der SAP BTP im Detail

Cloud Foundry Runtime
Anwendungen werden voneinander getrennt betrieben. Sicherheitsrelevant sind die saubere Service-Anbindung, der kontrollierte Umgang mit Zugangsdaten und klar definierte Kommunikationswege.

Kyma Runtime
Kyma bietet größere technische Flexibilität, erfordert aber ein sauberes Governance-Design. Fehlkonfigurationen können hier schneller sicherheitsrelevant werden.

ABAP Environment
Das ABAP Environment wird vollständig von SAP betrieben. Infrastrukturbedingte Risiken sind reduziert, gleichzeitig bleiben saubere Berechtigungs- und
Erweiterungskonzepte entscheidend.

Trennung von Anwendungen und Mandanten

Anwendungen und Mandanten werden logisch voneinander getrennt betrieben. Eine Anwendung kann nicht ohne Weiteres auf andere Anwendungen oder Subaccounts zugreifen.

Diese Trennung ist besonders in hybriden Szenarien mit On-Premise-Anbindungen sicherheitskritisch.

Datenverschlüsselung

Daten werden auf der SAP BTP standardmäßig sowohl im Ruhezustand als auch bei der Übertragung verschlüsselt.

Für die meisten Szenarien bietet diese Standardverschlüsselung eine verlässliche Grundlage zur Einhaltung von
Sicherheits- und Datenschutzanforderungen.

Security-relevante Services der SAP BTP

Die SAP BTP stellt Services bereit, die wesentliche Sicherheitsfunktionen abdecken.
Entscheidend ist ihr Zusammenspiel innerhalb einer konsistenten Architektur.

  • SAP Cloud Identity Services für Authentifizierung, Benutzerverwaltung und
    Identity-Integration
  • Authorization and Trust Management (XSUAA) zur Zugriffskontrolle
    innerhalb der Plattform
  • Cloud Connector und Destination Service für eine sichere und kontrollierte Anbindung von On-Premise-Systemen

Ergänzende Services unterstützen Logging, Credential-Handling und Sicherheitsprüfungen, ersetzen jedoch kein ganzheitliches Architektur- und Governance-Konzept.

Aktuelle Bedrohungsszenarien für SAP BTP

Mit zunehmender Nutzung der SAP BTP verändern sich auch die Sicherheitsrisiken.
Die meisten Vorfälle entstehen nicht durch Plattformschwächen, sondern durch Fehlkonfigurationen und inkonsistente Konzepte.

Typische Angriffsvektoren

  • Überprivilegierte Rollen und schlecht gepflegte Berechtigungskonzepte

  • Kompromittierte API-Credentials

  • Unsichere Custom Extensions

  • Risiken durch Drittanbieter-Integrationen

Branchenspezifische Risiken

4 Best Practices für SAP BTP Security

Für die Sicherheit Ihrer SAP-BTP-Architektur sollten Sie diese 4 Aspekte unbedingt beachten:

1. Identity & Access konsequent umsetzen
Federation, MFA, saubere Rollenmodelle und regelmäßige Reviews

2. Sichere Entwicklung etablieren
Secure Coding, Code-Reviews und klare Richtlinien

3. Monitoring und Incident Response vorbereiten
Logs auswerten, Prozesse definieren

4. Patch- und Update-Management betreiben
Hybrid-Komponenten aktuell halten und Sicherheitsinformationen verfolgen

SAP BTP Security mit Xiting zuverlässig umsetzen

Xiting unterstützt Unternehmen beim Aufbau konsistenter und nachvollziehbarer SAP-BTP-Sicherheitsarchitekturen.

Unser Fokus liegt dabei auf Architektur- und IAM-Design, klaren Rollen- und Governance-Konzepten sowie der systemübergreifenden Betrachtung von Risiken. Ergänzend unterstützen Schulungen und Enablement-Formate dabei, die erarbeiteten Konzepte nachhaltig im Betrieb zu verankern.

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FAQ

Welche Security Services bietet die SAP BTP?

Die SAP BTP bietet einige Security Services nativ an, u. a. Identity-Services, Zugriffskontrollen, sichere Integrations-Services sowie Logging- und Prüfmechanismen.

Das Shared-Responsibility-Modell beschreibt die Aufteilung der Sicherheitsverantwortung zwischen SAP und dem Kunden. SAP sichert die Plattforminfrastruktur, während der Kunde für die Konfiguration, das Berechtigungsmanagement, die Absicherung eigener Applikationen und das Monitoring verantwortlich ist.

In der On-Premise-Welt kontrolliert der Kunde die gesamte Infrastruktur. Bei der BTP verschiebt sich der Fokus von der Systemkontrolle hin zu Identitäten, Architektur und Governance.

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